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 Das Denkmal des Emahil! 
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Beitrag Das Denkmal des Emahil!
Das Denkmal des Emahil

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Dies war der erste Baum, den der Gott Emahil pflanzte.
Er ist eine Gedenkstätte und ein beliebtes Pilgerziel für alle Naturvölker.


13. Jan 2012, 18:19
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Beitrag Re: Das Denkmal des Emahil!
Alva war langsam gegangen, aber schließlich stand sie doch an dem Grab ihrer Tochter.
Es war ein sanfter, kleiner Gras Hügel. Kleine weiße und gelbe Blumen wuchsen darauf und rund herum hatte Alva Kräuter gepflanzt. Mirabell hatte das Grab wunderbar gepflegt, hatte sich um alles gekümmert. Das Grab hatte keinen Grabstein und auch sonst, außer den Pflanzen, keinen Schmuck. Was sollte auch auf einem Grabstein stehen? Alva hatte ihrer Tochter nur im stillen einen Namen gegeben und sie würde nie einen Grabstein brauchen auf der der Name ihrer Tochter stand, sie konnte es eh nicht lesen. Und niemand brauchte zu wissen dass ihre Tochter am selben Tag geboren und gestorben war. Es war ein friedlicher Ort und perfekt für ein kleines Grab, das Grab eines Wunders.
Hier unter Emahils Baum, ruhte ihr kleines Wunder! Vorsichtig kniete Alva sich vor dem kleinen Hügel nieder und strich über das Gras und die Kräuter.
"Hallo meine Kleine!" flüsterte sie und versank dann in tiefen Gedanken.
Sie ging zurück an den Abend als sie hier ankam und kurz darauf ihre Tochter gebar, sie sanft im Arm hielt. Hörte Mirabells Stimme, traurig und leise, die ihr sagte, dass ihre Tochter nicht überleben würde. Sie war zu früh gekommen und hatte keine Chance, sie war einfach zu schwach gewesen, ihr kleines Herz war nicht stark genug gewesen um sie am leben zu erhalten. Stumme Tränen rannen über Alvas Gesicht und doch war es schön. Sie konnte ihre Tochter wieder in ihren Armen spüren, spürte die Eisblauen Augen, die denen ihres Vater so ähnlich waren. Warm lag das kleine Wesen in ihren Armen, kämpfte und verlor am Ende doch.
Nie würde Alva die wenigen Stunden mit ihrer Tochter vergessen und hier an ihrem Grab waren diese wenigen Stunden für immer lebendig.

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5. Aug 2012, 21:57
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Beitrag Re: Das Denkmal des Emahil!
Er trat langsam auf den Baum zu vor dem Alva kniete.
Sie lag auf einem kleinen Hügel vor dem Baum.. einen Moment lang verstand nicht was sie da tat, warum sie weinte und was die Worte von Mirabell zu sagen hatten .. Doch dann verstand er schlagartig! Dass war nicht irgendein Hügel, nicht irgendein Baum ... hier lag ihr Kind.. nein, sein Kind.
Langsam trat er auf Alva zu und kniete vorsichtig neben ihr nieder, doch bevor er sie berühren konnte, hatte Alva ihn schon bemerkt. Liebevoll wischte er ihr die Tränen aus dem Gesicht und zog sie in seine Arme. "Scht...Scht..", murmelte er ihr ins Ohr und küsste ihre Stirn. Langsam verstand er auch, was Mirabell ihm damit hatte sagen wollen. Ja, sie hatte Recht.. eigentlich hatte er kein Recht hier zu sein! Er hatte sein Kind von Anfang an nicht wahrhaben wollen geschweige den akzeptiert.
"Es tut mir leid...", flüsterte er und schloss die Augen. "...ich hab es einfach nicht glauben können.. Es schien so unmöglich .." Liebevoll strichen seine Finger über ihren Rücken doch er war nicht wirklich bei ihr. Er war in Gedanken bei dem Tag an dem sie ihm gesagt hatte, dass sie von ihm schwanger war.

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5. Aug 2012, 22:36
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Beitrag Re: Das Denkmal des Emahil!
Plötzlich spürte sie jemanden hinter sich. Lincoln! Er zog sie an sich und seine leise Stimme versuchte sie zu trösten. Doch er sollte gar nicht hier sein... Es war nicht seine Trauer und nicht sein Kind, er hatte ihre Tochter nicht gekannt, geschweige denn hatte er sie gewollt.
Alva löste sich von ihm. "Was tust du hier?" fragte sie und wischte sich die Tränen fort.
Dieser Ort gehörte ihr, ihr und ihrer Tochter und er gehörte nicht dazu.
"Es war unmöglich, ja. Aber es war so und du hast sie nicht gewollt, hast sie verleugnet." sie flüsterte nur, obwohl sie wütend war. Doch dieser Ort war heilig und sie wollte den Frieden und die Ruhe nicht stören, in dem sie laut wurde.
Alva wandte sich wieder dem Grab zu, sie war nicht wegen Linc hier. Sie wollte ihre Tochter besuchen! Sanft strich sie über den kleinen Grabhügel.
"Sie hatte deine Augen, genau so Eisblau wie deine. Als ich gestern Abend deine Augen wieder wahrnahm, war es genau das selbe Gefühl wie bei ihren. Ihre Haut war ganz weich und warm als ich sie fest hielt, sie war so winzig. Mirabell hatte sie sofort ins Herz geschlossen und ich konnte sie keine Sekunde aus den Armen legen...." flüsterte sie sanft und versetzte sich in die Nacht zurück.
"Woran ist sie gestorben!" fragte Linc und nahm sie wieder liebevoll in seine Arme.
Litt er? Tat es ihm weh, genau wie ihr?
"Sie kam zu früh.... Ihr Herz war nicht stark genug um sie am leben zu erhalten.Im Morgengrauen setzte ihr Herzschlag aus und sie starb auf meiner Brust..." flüsterte Alva und strich wieder liebevoll über das kleine Grab.
Linc würde das nie verstehen, er hatte sie nicht gesehen, hatte sie nicht gespürt und um ihr Leben gebangt, vergeblich.

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5. Aug 2012, 23:20
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Beitrag Re: Das Denkmal des Emahil!
Lincoln hörte ihr zu und schloss die Augen, zog sie enger in seine Arme. Er biss sich auf die Lippe, erst langsam verstand er, was er wirklich damit angerichtet hatte, dass er ihr nicht geglaubt hatte ... dass er nicht an sein eigenes Kind geglaubt hatte.
Er hatte sie einfach allein gelassen, schwanger von ihm... Hatte sich dieser Verantwortung entzogen, nur weil er nicht glauben konnte, dass gerade Alva sein Kind unter ihrer Brust trug. Und jetzt? Jetzt saß er hier, hielt Alva in seinem Arm und versuchte den Schmerz zu verdrängen, der versuchte in ihm aufzukeimen. Er hatte kein Recht auf diesen Schmerz, dass wusste er selbst! "Alva..", murmelte er leise und strich mit den Fingern über ihre Hand. "..ich konnte es einfach nicht glauben .. alles sprach dagegen.. jeder! Aber jetzt, wo ich hier sitze, weiß ich dass es wahrscheinlich der größte Fehler war.. dir nicht zu glauben..",
Er hatte den Blick gesenkt, er ertrug den Schmerz in ihren Zügen, die Tränen auf ihren Wangen nicht. Lincoln wusste, dass er ihr niemals diesen Schmerz nehmen würde können, dass konnte niemand! Dass wusste er nur zu gut, seiner Mutter hatte damals auch niemand den Schmerz nehmen können, nach dem sie ihr jüngstes Kind verloren hatte. Sie hatte tagelang geweint, nicht gesprochen und war ihrem Mann aus dem Weg gegangen. Bis zu dem Tag an dem er gestürzt war und seinem Vater voller Wut vorgeworfen hatte, dass er daran Schuld sei, dass seine Mutter so wahr aber dass würde bei Alva nicht funktionieren! Denn diesmal war er allein daran Schuld!
Liebevoll küsste er ihre Wange, seine Lippen berührte ihre Haut nur ganz leicht. Seine Finger strichen zärtlich über ihren Rücken. Er versuchte jeden Schmerz zu verdrängen auch wenn ihm dass eher schlecht als recht gelang! Warum fühlte er diesen Schmerz? Es war doch alles erst seine Schuld.. und er hatte dieses Kind doch nicht gewollt, warum litt er dann jetzt als ihm wirklich klar wurde, dass sein Kind dort tot lag. Eine ganze Weile saß er einfach schweigend neben ihr und versuchte krampfhaft den Schmerz, zu dem er kein Recht hatte, in sich zu begraben!
"Lenk dich ab! Du hast kein Recht für diesen Schmerz!", fuhr er sich stumm in Gedanken an. Jetzt ging es nicht um ihn sondern um Alva, sie litt - seinetwegen! Zärtlich strich er mit den Fingern über ihren Rücken, küsste ihre Wange und versuchte sie zu trösten, wollte ihr den Schmerz nehmen. "Hätte ich dass gewusst... Hätte ich dir nur geglaubt...", murmelte er voller Reue, so von Schmerz erfüllt, einem Schmerz den er selbst nicht verstand. "Es tut mir so leid.."

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6. Aug 2012, 06:26
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Beitrag Re: Das Denkmal des Emahil!
Die ganze Nacht versuchte Linc Alva zu trösten, doch er verstand ihre Trauer nicht. Wie sollte er sie da trösten können? Der Nebel zog langsam über die Felder und hüllte sie ein.
Alva löste sich von Linc und stand auf.
"Lass uns gehen! Mirabell wartet bestimmt schon mit dem Frühstück.." sagte sie leise und wischte die letzten Tränen fort. Es war ihr Ort und Linc hatte damit nichts zu tun, er hatte ihre Tochter nie gewollt. "Du hast sie nie gewollt..." murmelte sie und spürte in seiner Aura, wie er litt. Wie konnte er es wagen? Ihre Tochter war tot und er würde sie nie kennen lernen, er hatte auch nicht das Recht dazu. Langsam entfernte sie sich und ging zurück zu Mirabell.

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6. Aug 2012, 07:29
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Beitrag Re: Das Denkmal des Emahil!
Sacht legte Alva die Blumen auf den Grabhügel ihrer Tochter und kniete sich davor.
Liebevoll strich sie über das Gras und flüsterte leise Worte.
"Ich habe dir Blumen mitgebracht! Ganz zierliche, genau wie du in einem süßen Lavendel. Und die Sonne scheint heute ganz hell und die Kräuter und Blumen duften wundervoll."
Sie hörte leise Schritte hinter sich und nahm den jungen Mann wahr, der auf sie zu kam.
"Darf ich?" fragt Aron leise und wartete bis Alva nickte. Dann setzte er sich neben sie. "Hallo Kleines!" flüsterte er und legte einen kleinen Straus Wildblumen auf den Grabhügel. Alva lächelte, Aron wusste immer was er tun musste. Er war da, aber nie zu viel, drängte sich nie auf.
Etwas lag ihm auf der Zunge, das spürte Alva und sie wartete bis er damit herausrückte.
"Der Typ im Hof... der vor Eifersucht fast geplatzt ist... Ist er das? Ist er der Vater?" fragte er leise, vorsichtig und zögernd.
"Sie hat keinen Vater Aron! Meine Tochter hat nur eine Mutter, mehr nicht!" erwiderte Alva und strich wieder sanft über das Gras.
"Ich weiß... Aber ist er, der Typ.. der .... Der euch nicht wollte?" Aron machte sich Sorgen, das spürte sie aber sollte sie es ihm wirklich erzählen?
"Ja er ist es, aber das tut nichts zur Sache.." antwortete sie.
"Und jetzt? Hängt er dir wieder an der Backe?! Meint er etwa du bist seine kleine, private Elfenhure?" Sie hatte Aron noch nie so reden hören, so voller Wut und Abscheu. "Ich weiß es nicht.. Aron.." doch sie wusste nicht was sie sagen sollte.
Hatte er vielleicht Recht und Linc wollte sie einfach nur wieder in seinem Bett haben.
"Ich lasse mich nicht wieder benutzen, keine Angst und außerdem habe ich doch dich. Aron der Herr der Pferde!" sagte sie lachend und lehnte sich an seine Schulter. Sanft legte er ihr einen Arm um die Schultern. Mit ihm konnte sie hier sitzen, trauern und gleichzeitig in die Zukunft blicken. Ihm gegenüber fühlte sie sich nicht verpflichtet, mit Aron war es ganz einfach und er hatte ihre Kleine gekannt, hatte sie gesehen. Aron war es auch gewesen der den Sarg für sie gebaut hatte und das Grab ausgehoben, damit sie Ruhe finden konnte. So saßen sie da und hingen beide ihren eigenen Gedanken nach...
Nach einer weile standen sie auf, Aron musste auf die Weiden und Alva brauchte ein wenig Zeit für sich allein. Langsam gingen sie ein Stück auf die Weiden hinaus auf einem kleinen Hügel blieben sie stehen.
"Ich ruf Nuku, soll ich dich nachher hier abholen?" fragte Aron und nahm sie noch einmal sanft in seine Arme. "Ich glaube ich finde allein zum Hof!" sagte sie grinsend. Aron beugte sich zu ihr hinunter und küsste sie, vorsichtig.
"Ich will das du weißt, das es nicht nur einen Mann auf der Welt gibt. Egal was ich bin immer für dich da Alva." flüsterte er ihr ins Ohr.
Alva war verwirrt, lächelte aber und lehnte ihre Stirn an seine Brust.
"Danke Aron!" murmelte sie und dann ließ er sie los, ließ auf die Weiden hinaus und rief sein Pferd.
Alva blieb allein zurück und setzte sich ins Gras. Wie gern hätte sie Joy jetzt bei sich gehabt... Sie war verwirrt! Aron hatte sie geküsst, natürlich sie hatte gewusst dass er etwas für sie empfand, aber er hatte es ihr nie so offen gezeigt.
Gab es vielleicht einen anderen Weg? Konnte sie vielleicht hier glücklich werden, auch ohne Linc und ihre Tochter? Sie musste nachdenken und brauchte Ruhe. Ihre Sinne streckte sie weit aus, damit sie alles wahrnahm und ließ sich dann ins Gras fallen.

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6. Aug 2012, 15:37
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Beitrag Re: Das Denkmal des Emahil!
Langsam trat Lincoln auf das Grab zu, das Grab seines kleinen Mädchens. Es war nicht mehr als ein kleiner Hügel unter dem riesigen Baum des Emahils. Eigentlich deutete nichts wirklich darauf hin dass hier ein Grab war außer die paar Blumen die mitten auf dem Hügel lagen.
In seiner Hand hielt er eine zarte und wunderschöne, blaue Kornblume - die er oben an einem der Felder gepflückt hatte. Er wusste nicht genau warum er hier hergekommen war aber es war wie ein innerer Drang gewesen, wie ein Bedürfnis dass ihn nicht mehr losgelassen hatte, seit dem er den Hof verlassen hatte. Lincoln kniete sich vor das Grab seiner Tochter und legte die Kornblume auf das Grab nieder.
"Hey.. Kleines!", murmelte er leise, es war eigenartig dass gerade er jetzt allein hier saß, schließlich hatte er eigentlich keinen Bezug zu diesem Kind und dennoch litt er ziemlich darunter, dass er sein Kind niemals gesehen hatte geschweige denn wirklich an es geglaubt hatte.
"..ich weiß.. Wahrscheinlich fragst du dich, was ausgerechnet ich hier mache.. ich weiß es selbst nicht.. aber ich musste einfach noch einmal herkommen. Es gibt nichts was deinen Tod oder gar meine Dummheit ändern würde..", sagte er leise und strich sanft mit den Fingern über das Grab. Dies kleine Wunder hätte nicht sterben müssen.. vielleicht wäre es noch am Leben wenn er Alva geglaubt hätte, vielleicht hätte er seinen Tod verhindern können.. "..aber ich will, dass du weißt, dass es mir unendlich leid tut! Ich war ein Idiot.. Nur weil jeder damals gesagt hat, dass es dich nicht geben kann - dass es nicht möglich ist, dass deine Mama ein Kind von mir kriegen könnte - habe ich an die gezweifelt und damit habe ich nicht nur dir das Leben genommen... Nein, ich habe auch deine Mama verletzt und sie unglücklich gemacht..."
Er wusste, dass es wahrscheinlich egal war, was er sagte aber er wollte wenigstens die Gewissheit haben, dass er sich von seinem Kind verabschiedet hatte auch wenn er es nie in seinen Armen hatte halten dürfen, weil er Alva einfach nicht geglaubt hatte.
"Ja, ich war ein verdammter Idiot! Heute tut es mir so unglaublich leid .. ich bereue es! Ich bereue es, dass ich niemals dein Papa war.. dass ich niemals für dich da war oder deine Mama als es wirklich wichtig war!", sagte er mit sanfter Stimme und lächelte, doch in seinen Augen sammelten sich Tränen. "Niemals hätte ich geglaubt, dass du wirklich von mir sein könntest! Und doch bin ich heute stolz auf dich, auf jede Minute die du gekämpft hast und auf jeden Augenblick den du geatmet hast, an dem dein Herz geschlagen hat. Deine Mama sagte, du hättest meine Augenfarbe gehabt... irgendwie rührt es mich! Nie hätte ich geglaubt, dass so ein kleines Menschlein wie du, mich so tief berühren kann.."
Er saß eine ganze Weile schweigend da, strich immer wieder sanft über das Grab. Ein weiches und liebevolles Lächeln zierte sein Gesicht und doch sah man deutlich den Schmerz in seinen Augen, eine einzelne Träne lief über seine Wange.
"Ich weiß, dass ich für dich niemals dein Papa sein werde, denn ich war es, der dich nicht gewollt hat.. aber ich will, dass du kleiner Engel weißt, dass es mir leid tut und dass ich nie wieder den Fehler begehen werde und deiner Mama weh tue. Keine Angst, ich lasse sie in Frieden ihr Leben leben, lasse sie mit ihm glücklich werden und auch du wirst mich nicht wieder sehen, denke ich!", seine Stimme war sanft, fast warm, dann erhob er sich vorsichtig und blickte auf das kleine Grab.
"Pass gut auf deine Mama auf... Ich wünsch ihr alles Glück der Welt.. kleines Wunder!", murmelte er noch, eine Träne landete direkt auf der Kornblume, langsam trat er von dem Grab weg. Lincoln hatte kein bestimmtes Ziel, er wollte nicht zurück nach Hause aber er wollte auch auf keinen Fall hier bleiben!
"Lebwohl .. kleiner Engel!", sagte er als er ein paar Meter weit gegangen war und verließ dann das Grab seines Kind, seine Vergangenheit und Alva.

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6. Aug 2012, 18:40
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Beitrag Re: Das Denkmal des Emahil!
Alva lag im Graß und spürte auf ihrer Haut wie die Sonne langsam unterging. Sie konnte unter ihrem Körper das donnern, der Pferdehufe spüren und etwas entfernt, unter Emahils Baum saß Linc. Seine Aura war von tiefer Trauer und unglaublichem Schmerz erfüllt, leise schien er mit ihrer Kleinen zu sprechen. Zu gern hätte sie gehört was es wahr, aber das konnte sie natürlich nicht. Langsam stand sie auf und ging wieder zurück zum Grab ihrer Tochter. Es war nicht weit! Und da war er, Lincoln! Er stand vor dem Grab, hatte sich wohl gerade erhoben und verabschiedete sich. Dann ging er fort!
Sollte sie ihm nachlaufen? Sie begann zu rennen und hörte hinter sich schon Hufe.
Super! Aron kam um sie abzuholen.
"Linc!" rief sie und spürte wie er inne hielt und seine Aufmerksamkeit auf ihn richtete.
Sie erreichte ihn etwas außer Atem.
"Wo willst du hin?" fragte sie ihn und holte tief Luft. Die Frage war dumm, denn sie wusste bereits wo er hin wollte. Linc würde gehen und ihr die Entscheidung erleichtern.
Wenn Linc ging, würde sie hier bleiben, bei ihrer Tochter und Aron, der sie verstand.
"Ich will das du weißt, dass ich dich liebe und das deine Tochter dich auch geliebt hat. Wenn sie hätte leben dürfen, wäre sie dir mit Sicherheit sehr ähnlich geworden." erklärte sie ihm, als er sich abwandte um zu gehen setzte sie noch einmal an.
"Sie heißt Luna! Weil sie bei Vollmond geboren wurde." sagte sie und wandte sich dann zum gehen. Niemandem hatte sie den Namen verraten, doch wenn er schon um sie trauerte sollte er auch ihren Namen kennen. Alva spürte wie Aron näher kam, er saß auf seiner lieblingsstute Nuku und ritt wie der Teufel. Schnell wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht als er auch schon vor ihr stoppte und vom Pferd sprang.
"Hast du geweint? Alva was war los?" fragte er besorgt und nahm sie sanft in seine Arme. Er war ganz warm und roch nach Sommer und Heu.
"Hat er dir weh getan? Verpiss er sich wieder einfach so?! Lässt er dich wieder allein, so wie letztes Mal, als du ihn gebraucht hast?!" Aron hatte ins Schwarze getroffen. "Er trauert auch Aron!" flüsterte Alva und wieder stiegen ihr Tränen in die Augen. "Worum trauert er denn? Er hat sie nicht gekannt, hat sie nie gewollt! Ich habe sie im Arm gehalten nachdem sie gestorben war, ich habe sie gewollt und du auch, nur wir durften sie nicht haben. Liebend gern hätte ich euch beide aufgenommen, euch glücklich gemacht und sie als meine Tochter aufgezogen. Und dieser Feigling, darf jetzt trauern um ein Kind, um ein Wunder, das er nie gewollt hat? Das ist nicht Fair Alva!" sagte er und wurde zornig, nicht auf sie sondern auf Linc.
"Ja, er hat sie nie gewollt, aber sie war wie er. Sie hatte seine Augen, ihre Aura war seiner so ähnlich. Ich weiß das du uns beide aufgenommen hättest, aber als sie starb konnte ich nicht hier bleiben. Es ging einfach nicht." erklärte Alva und verstand ihn nur zu gut. Doch ihr Herz schlug immer noch für Linc, aber sie lag gerade in Arons Armen und fühlte sich gut dabei, wünschte sich sogar bei ihm zu bleiben. Sie spürte Lincs Schmerz, spürte ihren Eigenen und auch Arons.
"Ich muss nachdenken..." nuschelte sie, löste sich von ihm und ging zum Grab ihrer Tochter. Aron entfernte sich, immer weiter bis sie ihn nur noch schwach wahrnahm. Doch Linc war immer noch da, stand etwas entfernt und beobachtete sie.

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6. Aug 2012, 19:32
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Beitrag Re: Das Denkmal des Emahil!
Schweigend stand er da, rührte sich nicht und sagte kein Wort. Lincoln sah sie nicht mal an, er hörte ihr zu aber dass war es auch, sein Blick lag noch immer stumm auf dem Grab seine Tochter, Luna. Er unterdrückte jedes Gefühl, jeden Gedanken. Es hatte keinen Sinn sich diesem Schmerz hinzugeben, sich in dem Schmerz und dem Hass, den er empfand, zu baden geschweige den hatte es einen Sinn noch ein Wort mit Alva zu wechseln.
Er hatte die Entscheidung für sie beide, zum zweiten Mal, getroffen und genau dass war gut so, es war das Beste für sie beide, wahrscheinlich auch für ihn.
Sie wandte sich von ihm ab, ging zu dem Mann der sie schon auf dem Hof herzlich in seine Arme geschlossen hatte, er brauchte sie nicht ansehen, brauchte ihn nicht sehen.. sie standen nah genug, dass er sie hörte, wenn auch leise .. auch wenn er darauf verzichten hätte können! Doch er ging nicht, stand da wie ein Stein. Es hatte keinen Sinn hier zu bleiben und doch ging er einfach nicht. Lincoln wusste nicht warum, warum er Alva und ihr Kind nicht einfach hinter sich ließ und ging, ein neues Leben irgendwo anfing oder sein Leben dort weiterführte wo Alva ihn damals unterbrochen hatte.. Doch, genau da lag der Punkt - es war einmal gewesen, dass war er heute nicht mehr!
Sie hatte ihn verändert, hatte sein Leben völlig auf den Kopf gestellt und jetzt, nein eigentlich hatte sie sein Leben schon lange verlassen, war schon lange nicht mehr Teil seiner Welt - doch jetzt, dieser Schritt machte ihr Ende vollkommen. Für sie und ihn gab es kein Wir mehr, nie wieder!
Er zog sich aus, legte seine Kleider hinter einen kleinen Busch und verwandelte sich in den weißen Tiger, der er auch wahr. Da sah er dass Alva sich an das Grab ihrer Tochter setzte. Es war gut, dass seine Gefühle, in seiner tierischen Gestalt, schwächer waren, nicht die selbe Intensivität hatten wie seine menschlichen Gefühle und dennoch konnte er der Versuchung nicht widerstehen zu ihr zu gehen. Langsam, achtsam lief er auf sie zu und stupste sie vorsichtig von hinten an.
Er hatte nicht vor sich zu verwandeln, hatte nicht vor mit ihr zu sprechen sondern einfach ihre Gesellschaft noch ein wenig zu genießen, einfach noch einen Augenblick bei ihr zu sein. Er legte sich neben sie, seine Nase lag direkt an Alvas Bein doch sein Blick lag stumm auf dem Grabhügel seiner kleinen Tochter.

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6. Aug 2012, 19:53
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